Da war ein Kind, das lebte im Wind,
kam der Herr und nahm es geschwind
und ging,
wie sollte es anders sein,
mit dem Kind in den Wald hinein.

Da schrie das Kind „lass das sein“,
ich will nicht bei Dir sein,
doch das interessierte kein Schwein
und es sollte sein.
Der Herr überlegte es sich nicht
und mit seinem Gewicht in ihrem Gesicht
sah sie im Licht, was musste so sein.


Viele Jahre später, da ging das Kind,
getrieben vom Wind, noch einmal in den Wald hinein
und sah einen Stein
auf dem stand geschrieben
„Fürchte Dich nicht. Der Herr wird bei Dir sein“

Sie konnte nicht glauben, was da stand,
packte ihren Verstand,
rannte gegen die Wand und
stellte irgendwann fest,
dass alle Herren sich kennen.

Das Kind, getrieben vom Wind,
wurde zur Frau und wusste sehr genau,
was sollte sein und was nicht,
denn gewisse Dinge, die vergaß sie nicht.

In Wälder ging sie nicht mehr rein
konnte nicht tragen, die Last des Herrn
und die Steine, die da lagen, zu denen konnte sie auch nichts mehr sagen.

Entehrt und wenig verehrt ging sie ihres Weges, getrieben vom Gedanken, dass sie nun doch wirklich bald erkrankte [...]
(Mia Bernstein, 1995)

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Von Mia, 27. März 2010, 16:28 Uhr

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Bisher 1 Kommentar zum Artikel

  1. Kommentar von Marion

    An Ihren Gedanken, von vor 15 Jahren,
    heute teilhaben zu dürfen: auch dafür „Lieben Dank!“
    - – - -

    Und es hätte auch so verlaufen können,
    oder es könnte auch so verlaufen:

    Wälder und Steine waren es nicht,
    wohl aber des Herrschaft´s Zeiten fehlende
    „Licht“.
    Liebes Kind, ob du wohl verstehst:
    „Du hast überlebt. Du lebst“ – das ist so wunderbar!
    Entehrt, wenig verehrt, damit du gehst,
    auf deinen Weg, statt auf einem fremden gar,
    entlang, vielleicht erkrankt, ja aber,
    doch hin zu Ruhm und Ehre, oder was du willst,
    ganz entsprechend deinem Inneren,
    wie hohe Werte.
    Starke Frau, auch wenn´s war grau,
    und heute immer noch – gelegentlich-
    so etwas wie Schmerzen, mit Geld
    nicht zu bezahlen,
    aber mit dem Herzen, vertrau,
    sind auch Erinnerungen
    zu ertragen,
    so wird es geschehen,
    Sie werden schon sehen,
    getragen von Liebe,
    denn Sie sind „Licht“.

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